Im Jahre 1936 hatte der Kirchengemeinderat Altneudorf den Beschluss gefasst, den Bau eines eigenen Gotteshauses in Altneudorf in die Wege zu leiten. Vorher mussten die Altneudorfer zu den sonntäglichen Gottesdiensten nach Heiligkreuzsteinach kommen. Schließlich gab auch der Evangelische Oberkirchenrat in Karlsruhe seine Zustimmung zu diesem Bauvorhaben.
Und so wurde am 10.10.1937 der Grundstein gelegt, und am 25.9.1938 wurde unsere kleine Altneudorfer Kirche in Anwesenheit von Landesbischof Kühlewein, Dekan Bossert, 16 Pfarrern aus Nachbargemeinden und Pfarrer Woerner aus Heiligkreuzsteinach als Ortsgeistlichem, der auch die Festpredigt hielt, feierlich unter Mitwirkung der Kirchenchöre aus Altneudorf und Wilhelmsfeld eingeweiht.
Baurat Hampe war für Planung und Ausführung zuständig gewesen, die Kanzel und das Taufbecken wurden von Herrn Fortwängel geschnitzt, die Szene von Jesus im Garten Gethsemane in der Apsis wurde von Frau Freudenberg gemalt. Die Glasfenster waren zum Teil von Altneudorfer Gemeindegliedern gestiftet worden. Außerdem war viel Eigenleistung bei den Bauarbeiten erbracht worden.
Die Kirche spiegelt beim Gebäude, den Gemälden und den Schnitzereien mit bäuerlichen Szenen den Geschmack der damaligen Zeit wieder. Ein Seitenfenster zeigt eine Aufstellung der 20 im 1. Weltkrieg Gefallenen aus Altneudorf. Das große Rundfenster in der Apsis zeigt die Symbole der vier Evangelisten und in der Mitte eine Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Das Fenster auf der Empore zeigt die Luther-Rose. Unter der Empore hängt ein großer Rahmen mit den Namen und den Bildern der 56 im 2. Weltkrieg gefallenen Altneudorfer.
Im 2. Weltkrieg wurden zwei der drei Glocken unserer Kirche für Kriegszwecke aus unserer Kirche entfernt und eingeschmolzen. Im Mai 1945 lebten für einige Wochen evakuierte Ausgebombte in der Kirche. Erst am 3.5.1950 konnten wieder alle Glocken vom Kirchturm erklingen, die in einem Festzug vom Bahnhof in Schönau nach Altneudorf geleitet wurden. Pfarrer Weber aus Wilhelmsfeld hielt die Einweihungsfestpredigt. Nachdem zunächst die Glocken manuell geläutet wurden, wurde später ein elektrisches Geläut installiert. 1958 konnte schließlich eine richtige Orgel in der Kirche installiert werden.
1975 wurde der Gemeindesaal unter der Leitung von Architekt Wolf an die Kirche angebaut, und 1958 konnten das 50-Jahrjubiläum und 2013 das 75-jährige Bestehen unserer Kirche gefeiert werden.
Seit einigen Jahren hält sich jeden Sommer eine große Schar von Fledermäusen in unserem Kirchenspeicher auf, die dort ihr Sommerquartier beziehen.

